Der Mittelweg

Tipps, Anregungen & Wissenswertes

GPS Gerät und Leporello-Karte

Kartenmaterial & die Beschilderung

Die Beschilderung im Schwarzwald ist absolut vorbildlich: Man bekommt an fast jeder Kreuzung neben den stimmigen (!) Entfernungsangaben zu Zielen die Information wohin und wie weit es zu Bus, Bahn oder der nächsten Futterstation ist. Dass so ein Weg wie der Mittelweg richtig gut beschildert ist nimmt man hier schon als selbstverständlich, der Schwarzwaldverein hat ganze Arbeit geleistet. Da Bäume aber umfallen, Straßenlaternen erneuert, Grundbesitzer Meinungen ändern, oder Wegstücke wegen Forstarbeiten gesperrt sein können – all das (und sicher noch viel mehr) kann passieren, und das Auffinden des Mittelweges vereiteln. Man sollte also vorbereitet sein:

Karte: Als sehr nützlich und hilfreich auf Fernwanderwegen haben sich für uns die Leporello-Karten von Publicpress erwiesen (nicht nur zum Mitnehmen, sondern auch für die Planung). Eine solche gab (2016-11-08: aktuell leider nicht mehr im Programm) es auch für den Mittelweg. Diese Karten sind wetterfest, und dank zieharmonikaartigem Format unterwegs auch gut handhabbar. Sehr nützlich ist auch die darin enthaltene Kilometrierung: Eine Markierung am eingezeichneten Weg lässt Entfernungen sehr gut unterwegs einschätzen, weicht man von der eigenen Planung ab. Einzig der 50.000er Maßstab reicht nicht für Details, doch zur Orientierung und zum Wiederfinden des Weges genügt dieser allemal.
Es sei aber auch angemerkt, dass der Schwarzwaldverein in seinem Onlineshop ein Kartenset mit Übernachtungsverzeichnis (diesen „Etappenplaner“ gibt es auch einzeln!) für den Mittelweg anbietet.

GPS: Wir sind längst ausschließlich mit dem GPS Gerät unterwegs, den Fallback der „klassischen Papierkarte“ haben wir meist nicht mehr dabei. Auf dem Mittelweg dient das GPS Gerät eigentlich auch nur als Fallback, in sofern wäre jede zusätzliche Papierkarte lediglich ein Fallback zum Fallback – und somit auch für die letzten Skeptiker unnützer Ballast. Dafür bietet Dir ein GPS Gerät Vorteile gegenüber Papierkarten: Ordentliches Kartenmaterial installiert sind Maßstab, und somit auch die Detailtreue variabel. Du hast auf Wunsch mehr und bessere Informationen zur Hand, und weißt stets auch ohne Dich orientieren zu müssen wo Du Dich befindest. Unsere einzelnen Etappenseiten stellen Dir Links zu unseren GPX Tracks zur Verfügung, die Du Dir lediglich auf dem Gerät anzeigen lässt (und nicht die Routingfunktionen der Geräte – wie z.B. den Button „Los“ – nutzt; hiervon raten wir ausdrücklich ab!). Die oben erwähnte Leporello-Karte bietet dann aber unterwegs doch noch eines: Übersicht. Und dann passt das auch mit deren Maßstab.

Trekkingstöcke

Trekkingstöcke

Ja, das sieht (zunächst) albern aus. Und ja, man kann auch ohne wandern. Und ja, man kommt sich anfangs damit komisch vor. Und ja, man kann zunächst nix mit neu angeschafften Trekkingstöcken so richtig anfangen. Doch sie schonen definitiv die Gelenke, und lassen einen in schwierigem Gelände auch bei schlechtem Wetter nicht alt aussehen. Missen wollen wir die Dinger nimmer und denken „hätten wir die mal schon früher gekauft…“. Wie gut Trekkingstöcke tun weiss man vor allem, hat man sie auf einer solchen Mehrtagestour im Einsatz gehabt. Wir raten zu dreiteilig zusammenschiebbaren Varianten mit Dämpfung in möglichst leichter Ausführung (d.h. für uns unter 470 Gramm!). Ebenso raten wir dazu die Gummipuffer für Asphalt gleich mitzukaufen. Und verwerfe Gedanken wie „einfachere und günstigere tuns auch“ oder „500 Gramm sind ja nicht sooo viel mehr als die schreiben“; Denn genau solches hatten wir beim Kauf des zweiten Paares auch gedacht…

Etappe 2: Holzweg

Schwierigkeitsgrad: leicht?

Der Mittelweg wird z.B. auf Wikipedia[1,2] als „leicht“ klassifiziert. Allerdings sind nur die Wenigsten in der Lage, in einem Mittelgebirge auch nur an zwei Tagen hintereinander die offiziell durchschnittlichen 26 Kilometer zu bewältigen (geschweige denn mit einem Mehrtagesrucksack). Wer eine Etappenlänge von 31,5 Kilometer, einen Aufstieg von 600 Höhenmeter oder steile Naturpfade in einer waschechten Mittelgebirgslandschaft als „leicht“ klassifiziert hat den Bezug zur realen Welt definitiv verloren. Aber wer weiss – vielleicht hat der Schreiber einfach die Bergbahn genutzt, oder ist einen solchen Weg nie im Leben selbst gelaufen? Zu diesem „leicht“ von uns jedenfalls ein klares Nein. Auch die Tourismusinformation bezeichnet 8 der 9 offiziellen Etappen nicht als „leicht“, und vergibt für ein Drittel der Strecke sogar ein „schwer“. Die deutschsprachige Wikipedia versagt hierzu nicht nur bei diesem Wanderweg erbärmlich, und eigene Versuche hieran etwas ändern zu wollen scheiterten.

Durch eine eigene Etappeneinteilung lässt sich der Mittelweg allerdings über weite Strecken recht gut an eigene Bedürfnisse anpassen. Dennoch bleiben Abschnitte, in denen man entweder 29 Kilometer am Tag schaffen können, oder eben wild im Wald nächtigen muss. Hierzu sei darauf hingewiesen, dass z.B. schon das bloße Aufbauen eines Zeltes ohne explizite Erlaubnis hierzulande bereits eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Und auch wer lediglich ein Tarp („Wetterschutz“) aufspannt befindet sich schon in einer rechtlichen Grauzone… Dazu kommt noch, dass Wälder sich in privater Hand befinden können, und auch der Aufenthalt im Wald selbst nachts verboten sein kann. Das Übernachten in Schlaf– und einfachen Biwaksäcken unter freiem Himmel hingegen ist keineswegs verboten (bedenke aber, dass Du zum Übernachten erheblich mehr schleppen musst, was einem Senken des Anspruchs wiederum entgegen steht). Weitere Informationen zum Thema „Schlafen im Wald“ findest Du z.B. in diesem Video.